Das Wichtigste in Kürze
- Gefälschte Rechnungsmails brauchen weder Links noch Anhänge – Filter erkennen sie deshalb oft nicht.
- DMARC mit p=reject verhindert, dass Betrüger Ihre eigene Domain als Absender missbrauchen.
- Die wirksamste Regel: neue Kontodaten immer per Rückruf unter der bekannten Nummer bestätigen.
Die drei häufigsten Maschen
- Gefälschter Absender: Die Mail trägt die echte Domain Ihrer Firma oder eines Lieferanten. Das klappt, wenn diese Domain nicht mit DMARC p=reject geschützt ist.
- Ähnliche Domain: Betrüger registrieren eine Domain, die fast gleich aussieht, etwa mit vertauschten Buchstaben oder einer anderen Endung.
- Übernommenes Postfach: Ein echtes Konto wurde gehackt; die Betrüger lesen mit und schalten sich in einen laufenden Rechnungsverlauf ein.
Warum das so gefährlich ist
Solche Mails enthalten oft weder Links noch Anhänge. Virenscanner und Spamfilter schlagen deshalb häufig nicht an – die Mail sieht aus wie eine ganz normale Geschäftsmail.
Technischer Schutz
- DMARC mit p=reject auf allen Ihren Domains, auch auf solchen, die keine Mails senden.
- Ähnlich geschriebene Domains beobachten, damit Sie früh warnen können.
- Mehrstufige Anmeldung (MFA) für alle Postfächer, damit Konten nicht übernommen werden.
- Externe Mails im Postfach sichtbar kennzeichnen.
Organisatorischer Schutz: die wichtigste Regel
Keine Technik ersetzt einen klaren Ablauf: Änderungen von Bankverbindungen werden nie allein per Mail akzeptiert. Rufen Sie den Lieferanten unter der Nummer an, die Sie bereits kennen – nicht unter der Nummer aus der Mail. Zahlungen an neue Konten brauchen eine zweite Person, die freigibt.
- Mail mit neuen KontodatenNicht antworten und noch nichts zahlen.
- RückrufDen Lieferanten unter der bekannten Nummer anrufen, nie unter der Nummer aus der Mail.
- Vier-Augen-PrinzipEine zweite Person gibt die Zahlung an das neue Konto frei.
- Erst dann zahlenBestätigte Kontodaten im System ändern und die Zahlung auslösen.
Wenn es passiert ist
Informieren Sie sofort Ihre Bank – oft lässt sich eine Zahlung in den ersten Stunden noch stoppen. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, sichern Sie die Mail mit allen Kopfzeilen und prüfen Sie, ob ein Postfach übernommen wurde (Passwort ändern, Weiterleitungsregeln kontrollieren).
Notfallnummer bereithalten
Legen Sie die Notfallnummer Ihrer Bank dort ab, wo die Buchhaltung sie sofort findet. Bei Betrug zählt jede Stunde.
So hilft DomainRadar
DomainRadar zeigt, ob Ihre Domains gegen Fälschungen geschützt sind, führt Sie zu p=reject, meldet ähnlich geschriebene Domains und alarmiert Sie, wenn in den DMARC-Berichten Fälschungen in Ihrem Namen auftauchen.
Der Domain-Check bleibt gratis. Danach testen Sie Business 14 Tage lang – ohne Kreditkarte, der Test endet von selbst.